Europäischer Tag des Denkmals 2014

Denkmäler pflegen - Energie sparen

7.9.2014    

Die Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt feiert den Europäischen Tag des Denkmals 2014 mit einem interessanten Programm in Riehen. Türen und Tore zu historischen Bauten und Häusern öffnen sich der interessierten Bevölkerung, spannende Führungen finden überall in Riehen statt.

Daniel Schneller, Kantonaler Denkmalpfleger, rückt in seinem Leitbeitrag in der gerade erschienenen Programmzeitung der Denkmalpflege zum Europäischen Tag des Denkmals in Riehen die Ideale der 2000-Watt-Gesellschaft in den Fokus: «Denkmäler pflegen - Energie sparen. Denkmalpflege als Beitrag zur 2000-Watt-Gesellschaft».

Die Denkmalpflege wird oft genug als Bremser und Stolperstein auf dem Weg zu grösserer Energieeffizienz von Gebäuden, die aus historischen Gründen in irgendeiner Art und Weise schützenswert sind, wahrgenommen. Und davon gibt es in der Schweiz glücklicherweise nicht wenige.
Daniel Schneller: «Weshalb sind historische Bauten hinderlich beim Erreichen der 2000-Watt-Gesellschaft? Eigentlich sind nicht die Bauten an sich das Hindernis, sondern die Art und Weise, wie sie heute aufgrund der gestiegenen Komfortansprüche des modernen Menschen genutzt werden.»
Er pocht auf das Kriterium der «Gesamtbetrachtung», den der SIA, der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein im Merkblatt 2040 «Effizienzpfad Energie» als eine Voraussetzung für die Erreichung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft nennt.

Natürlich befindet sich die Denkmalpflege im Spannungsfeld der verschiedenen Interessen und muss immer wieder ihre Existenzberechtigung und ihren gesellschaftlichen Wert deutlich machen - dies zeigt auch der Artikel von Daniel Schneller deutlich.

Aus einem anderen Grund ist er allerdings sehr lesenswert und regt zum Nachdenken, zum Weiterdenken an und weckt vielleicht das Interesse, das eine oder andere Gebäude in Riehen am Europäischen Tag des Denkmals auch unter diesem Gesichtspunkt anzusehen: Vielleicht war der Umgang der Menschen vor Beginn der Industrialisierung mit Energie liefernden Rohstoffen bewusster, denn, so schreibt auch Daniel Schneller «die Rohstoffe waren knapp und teuer». Dies ist ein Szenario, das viele Experten nach dem endgültigen Versiegen der "billigen" Ölquellen, für sehr wahrscheinlich halten.

Auch Daniel Schneller geht es nicht darum, eine Rückkehr der Gesellschaft zur Lebensweise von damals zu fordern: «Nun soll aber niemand seinen Lebensalltag wieder nach mittelalterlichem Vorbild einrichten müssen».
Neben der Erschliessung und Benutzung alternativer, ökologisch nachhaltiger Energiequellen geht es auch wettstein21 darum, unser Bewusstsein zu wecken und zu steigern, wofür wir alles Energie verbrauchen und unsere Lebensweise zu überdenken, die diesen hohen Energieverbrauch verursacht.

Der "historische Ansatz", der auch der Arbeit der Denkmalpflege zugrunde liegt, dass über die Betrachtung und Kenntnis von Vergangenem, ein grösseres Bewusstsein über das Warum und Wieso des Heute und vielleicht ein bewussteres und selbstbestimmtes Gestalten der Zukunft entstehen kann, lädt hoffentlich auch den einen oder anderen "Energieaktivisten" ein, am 13. September die vielfältigen Angebote des Europäischen Tag des Denkmals wahrzunehmen.
Wir sehen uns in Riehen!

Weitere Informationen

(rr)



 

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