Solarindustrie: Die Alternative liegt in den Selbstversorgern

Die Krise der Solarindustrie

20.10.2013    

Spiegel Online brachte "Erneuerbare Energien: Markt für Solarkraftwerke kollabiert" Ende September einen interessanten Artikel, der das Dilemma der Solaranlagenbauer in Deutschland nach der gesetzlich verankert rückläufigen Förderung seit Anfang 2012 beschreibt: Sie erwarten ab Jahresende kein nennenswertes Neugeschäft mehr und befürchten den Zusammenbruch des Marktes und suchen schon nach Alternativen.

Ob dem tatsächlich so ist oder auch hier bei den Aussagen und Branchen-Einschätzungen das übliche Kassandra-Geheul von Vertretern einer jeden Branche berücksichtigt werden muss, ist nicht so spannend. Das Interessante in diesem Artikel steckt in dem folgendem Absatz. Er beschreibt die Alternativen bzw. die Chancen, die die Solarbauer noch im Markt sehen:

"Viele gehen verstärkt ins Ausland. Andere setzen auf Projekte, bei denen Nutzer von Freiflächenanlagen künftig einen immer größeren Anteil des von ihnen produzierten Stroms selbst verbrauchen.
Bei kleinen Anlagen auf Häuserdächern steigt der Anteil des Eigenverbrauchs bereits stark. Solarkraftwerke indes haben bislang meist keinen bestimmten Verbraucher, sondern speisen ihren Strom direkt ins Netz ein. Die Projektierer müssten also erst Industrie- und Gewerbebetriebe überzeugen, sich eigene Solarparks zu bauen - mit dem Ziel, den Strom selbst zu verbrauchen. Argument könnte sein, dass sich Betriebe mit eigenen Solaranlagen gegen steigende Strompreise absichern."

Wie mit vielem Anderen deutet sich auch im Bereich Energieproduktion und Energieverbrauch ein Trend an, der sich in den nächsten Jahren noch verstärken wird: Versuche selbst lokal zu produzieren, was du verbrauchst. Und anders herum: Versuche selbst nur soviel zu verbrauchen, wie du auch selbst produzieren kannst bzw. könntest.

Interessanterweise wird als Argument, das Gewerbe und Industrie von neuen Solarkraftwerken überzeugen soll, genannt, dass man sich mit einer eigenen Stromproduktion - und dem Verbrauch des selbstproduzierten Stroms - gegen Strompreisschwankungen absichern kann. Risikominimierung also. Und dies im Gegensatz zum Boom der letzten Jahrzehnte alles Mögliche outzusourcen.

Zum Spiegel Online-Artikel:
- Erneuerbare Energien: Markt für Solarkraftwerke kollabiert, Spiegel Online, 28.09.2013



 

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