Vorstellungen bezüglich eines unterirdischen Parkings unter dem Landhof geistern schon seit geraumer Zeit durchs Quartier - jüngst auch von Hans-Peter Wessels in einem Interview mit der BaZ geäussert (online vom 20.08.2015: www.bazonline.ch - «Dass die Stadt tot sein soll, habe ich auch schon gelesen, aber nur in der BaZ»).

wettstein21 erreichte eine Anfrage eines hiesigen Unternehmens Rapp Trans AG, das im Auftrag von Immobilien Basel-Stadt das Potenzial und die Akzeptanz im Quartier für einen Neubau eines unterirdischen Parkings unter dem Sportplatz Landhof untersucht.

Für Rapp Trans war von Interesse, unsere Einschätzung zu erfahren bezüglich

  • des Bedarfs im Quartier an zusätzlichem Parkierangebot,
  • des Interesses der Quartierbevölkerung an einem solchen Parking und
  • der Auswirkungen, die unserer Meinung das neue Parkraumkonzept und die neue Besucherparkkarten-Regelung hat.

Die Haltung von wettstein21 indes ist klar: eine Fortschreibung des heutigen mit fossilen Brennstoffen motorisierten Individualverkehrs ist nicht nachhaltig; eine klassische Parkgarage würde genau dies tun. Im Folgenden unsere Antwort vom 9. August 2015 auf die Anfrage von Rapp Trans, zu Händen von Herrn Florian Harder, im Wortlaut:

Lieber Herr Harder -
danke für diese Ausführungen.

Nun:
Grundsätzlich setzt sich wettstein21 ein für ein nachhaltiges Quartier, in dem der Ausstoss an CO2 auf ein Minimum reduziert, und in dem möglichst nach den Grundsätzen der 2000-Watt-Gesellschaft gelebt wird.
Insofern kann ich festhalten:

  • neue Parkmöglichkeiten für den heutigen motorisierten Verkehr lehnen wir ab; vielmehr setzen wir uns für eine andere Nutzung des öffentlichen Raums ein - für Fahrräder und langsamfahrende Fahrzeuge, insbesondere Elektrofahrzeuge (die aus unserer Sicht als einzige motorisierte Fortbewegungsart in der Stadt Sinn machen);
  • ein neues Parkhaus ist insofern nur sinnvoll, wenn es mit allgemeinen Massnahmen zur Umwandlung und Veränderung des Verkehrs im obigen Sinne einhergeht. Anders gesagt - ein Parkhaus ist nur dann zu begrüssen, wenn es (beispielsweise) zu einem Mobilitätszentrum gemacht wird, an dem Sharingmöglichkeiten für Autos, Schnelltankstellen für Elektroautos, ein Fahrradverleih oder auch der Verleih von Nutzfahrzeugen vorgesehen sind; ein Parkhaus, das - in ganz und gar phantasieloser Weise - das heutige Mobilitätsverhalten fortschreibt, lehnen wir ab;
  • allerdings sehen wir auch nicht, was das heutige Parkraumkonzept an ökologischem oder auch sozialem Mehrwert bringt; eine Reduktion an Parkplätzen haben wir im Quartier noch nicht gesehen, allenfalls nehmen die Parkplatzsuchfahrten zu.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben. Für weitere Auskünfte bin ich gerne für Sie da,
mit besten Grüssen
Christoph Keller



 

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